No Risk, More Fun: 5 Wege für ein effizienteres Risikomanagement

Würden sich die großen Entdecker der Vergangenheit - Christoph Kolumbus, Ferdinand Magellan, James Cook oder Marco Polo - auch nach einer intensiven Risikoabwägung auf den Weg machen, um die Welt zu erkunden? Immerhin: In unserer heutigen Welt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Risiken auf der unternehmerischen Reise zu vermindern oder sogar aus dem Weg zu gehen. Unternehmen sind seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) ausdrücklich dazu verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Risikoabwehr zu treffen. Insbesondere müssen sie ein Überwachungssystem einrichten, damit Risiken schnell erkannt werden können. Michael Richards, Geschäftsführer von Creditsafe Deutschland erklärt, wie Unternehmen ihr Risikomanagement effektiver gestalten.

 

1. Trends identifizieren und im Auge behalten

Ein Großteil der Risiken ergibt sich aus den Entwicklungen im wirtschaftlichen Umfeld, z.B. Wettbewerbsdruck, dem Verhalten der Mitbewerber oder Schwankungen von Preisen auf dem Markt. Unternehmen haben nur eingeschränkte Möglichkeiten, auf diese Faktoren Einfluss zu nehmen. Umweltfaktoren wie Gesetzgebung, Versorgungssicherheit und Aufrechterhaltung der Supply-Chain, Natureinflüsse oder die Bonität von Geschäftspartnern, werden daher intensiv beobachtet. Aus diesen Prozessen lassen sich Trends ablesen. Unternehmen mit ähnlichen Charakteristika - etwa Firmengröße, Branche oder Marktsituation - sind dabei tendenziell häufig mit vergleichbaren Herausforderungen konfrontiert. So sind für Handwerker etwa Insolvenzen von Kunden ein wiederkehrendes Problem, da so wichtige Aufträge ausfallen und die Betriebe nicht selten auf den Kosten sitzen bleiben. Daher sollten Unternehmen ihre Branche gut kennen, die typischen Problemfelder und Trends genau im Blick behalten und einen Notfallplan erarbeiten, wie im Zweifelsfall mit der Herausforderung umgegangen werden kann.

 

2. Mehr als Befragungen: Erfahrungen für ein Frühwarnsystem nutzen

Im besten Falle erfolgt die Risikoidentifikation systematisch und anhand branchen- und unternehmensspezifischer Kriterien. Eine Befragung ausgewählter Mitarbeiter nach ihrer Einschätzung zu den größten Risikofeldern ist hierfür jedoch nicht ausreichend. Vielmehr gilt es, in der Vorbereitungsphase diejenigen Bereiche zu identifizieren, bei denen die größten Risiken zu erwarten sind. Dabei ist es empfehlenswert, auf Erfahrungswerte aus der Firmenhistorie oder von Branchen zurückzugreifen. Die Erkenntnisse aus der vorbereitenden Phase können dann im weiteren Prozess des Risikomanagements dazu genutzt werden, ein intelligentes Frühwarnsystem einzurichten, durch das mögliche Risiken und neue Trends rechtzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.

 

3. Risiken klassifizieren und priorisieren

Sind die Risiken identifiziert, werden sie in der Analysephase hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen bewertet. Wichtig ist hierbei, auf einheitliche Bewertungsmaßstäbe, wie etwa den Einfluss auf Umsatz oder Ertrag, zu achten. Die Bewertung muss dabei anhand objektiver und nachvollziehbarer Kriterien erfolgen. Nur so sind sie auch nachvollziehbar und kommen dem Anspruch an Transparenz nach. Viele Risikobewertungen können dabei auf eindeutige Zahlen gestützt werden: Marktpreise, Beschaffungszeiten für Rohstoffe oder Bonitätsbewertungen sind nur einige Beispiele für messbare Indikatoren. Die herausgestellten Risiken können nun klassifiziert und priorisiert werden. Höchste Priorität haben dabei Ereignisse mit einem großen Schadensausmaß und einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit.

Quelle: Creditsafe Deutschland

 

4. Mit Tools und Verfahren zusätzlich Produktivität erhöhen

Die Risikoidentifikation und -analyse sollte gründlich durchgeführt und nachhaltig gedacht werden. Es geht schließlich darum, langfristig von einem guten System zu profitieren. Da sich das wirtschaftliche Umfeld ständig verändert, müssen auch die entwickelten Maßnahmen ständig angepasst werden. Sichere Tools sind dabei ein wirkungsvoller Weg, um die Risikominderung fest in die unternehmerischen Abläufe zu integrieren. Soll beispielsweise das Risiko von immer häufiger werdenden Cyber-Angriffen vermindert werden, schaffen sichere Kollaborationstools wie etwa Wire ein Mehr an Sicherheit und steigern zusätzlich die Effektivität und Produktivität der Organisation. Externe Dienstleister, wie Beratungsunternehmen, bringen wiederum Expertise von außen in die Organisation und sorgen dafür, dass sich die Mitarbeiter nicht in komplexe Themen wie Bonitätsbewertungen von Geschäftspartnern oder die Etablierung von Cyber-Abwehrsystemen befassen müssen.

Ein gutes Risikomanagement beruht daher auf der Expertise der Fachkräfte im Unternehmen, spezifischem Expertenwissen von außen sowie wirkungsvollen Tools und ist eine Chance für mehr Sicherheit und Effektivität im Geschäftsprozess.

 

5. Im Unternehmen eine Risikokultur etablieren

Ein gutes Risikomanagement umfasst alle unternehmerischen Bereiche und Prozesse, weshalb es zu einem wesentlichen Element in allen unternehmensinternen Prozessen werden sollte. Als eigenständiges, planerisches und organisatorisches System würde es zu einem Mehr an Bürokratie und weniger Verständnis bei den Mitarbeitern führen. Letzteres ist das A und O: Allzu viele Risikomanagement-Systeme existieren nur auf dem Papier. Wirkungsvoll werden sie erst dann, wenn sich alle Mitarbeiter inklusive der Geschäftsleitung für die Umsetzung engagieren. Bürokratische Hürden abzubauen sowie gute Briefings tragen dazu bei, dass sich im Unternehmen eine positive Risikokultur etabliert. Dies hat zur Konsequenz, dass alle Beteiligten tendenziell mit Risiko verbundene Aktivitäten mit Sorgfalt ausführen und Fehler und identifizierte Gefahren rechtzeitig melden.